Haartransplantation – wie funktioniert das? Geschichte und Entwicklung (Haarausfall Guide – Teil 7)

HaartransplantationBei einer Haartransplantation wird ein Stück Kopfhaut mit gesunden Haaren von einer Spenderstelle entnommen (häufig von der dicht bewachsenen Kopfseite oder dem Hinterkopf) und an den kahlen oder sich ausdünnenden Stellen wieder eingepflanzt.

Bevor wir jetzt in die einzelnen Techniken zur Haartransplantation einsteigen, sollten wir uns zuerst die Geschichte der Haartransplantation näher anschauen. Historiker sehen die Wurzeln der Haartransplantation in den 1930er Jahren in Japan, wo erstmals Experimente durchgeführt wurden, bei denen Haut, Haare und Haarwurzeln von einer Körperregion an andere Körperstellen verpflanzt wurden, die durch Unfälle oder Kriegsverletzungen die Fähigkeit verloren hatten, Haare zu produzieren.

Die Geschichte der Haartransplantation

In den 1950er Jahren veröffentlichte der amerikanische Dermatologe Norman Orentreich einen Artikel in dem er erklärte, wie man behaarte Haut von einem Teil des Körpers an einen anderen verpflanzt, ohne die genetischen Informationen zu verlieren. Im Gegensatz zu dem, was die meisten Menschen damals glaubten, konnte Orentreich nachweisen, dass die Theorie der “Spender Dominanz” wahr ist. Die Theorie besagt, dass die verpflanzte Haut alle Eigenschaften der Spenderzellen mitnimmt – dass die nachwachsenden Haare also genau so wachsen, als wären sie noch immer an der Spenderstelle. (Das ist der Grund, warum die “lebenslangen” Haare an der Kopfseite und am Hinterkopf gerne als Spenderstellen verwendet werden.) Orentreich gilt als der Erste, der auf die Idee kam, kahlen Menschen durch eine Haartransplantation zu neuen Haaren zu verhelfen.

Die Haartransplantation ist der häufigste kosmetische Eingriff, der heutzutage an Männern durchgeführt wird. Der Grund dafür, dass die Beliebtheit der Haartransplantation in den letzten 10 Jahren so in die Höhe geschnellt ist, ist, dass die Resultate so viel besser geworden sind, als sie einmal waren. Und die Resultate sind besser geworden, weil die Techniken verbessert wurden. Wobei sich an dem Basiskonzept der Haartransplantation nicht so viel verändert hat. Der Hauptunterschied zu den Techniken der Anfangszeit liegt in der Größe der entnommenen Spenderflächen.

Jemanden, dessen Haartransplantation nach der alten Methode durchgeführt wurde, erkennt man leicht an dem sogenannten “Gartenmuster” auf seiner Kopfhaut. Die Haare sehen aus, als wären sie als Felderwirtschaft angelegt. Bis vor 10 Jahren war es Standard, dass sehr große Spenderhaarflächen verpflanzt wurden. Inzwischen hat man erkannt, dass kleinere Flächen zu besseren Ergebnissen führen. Kleinere Flächen enthalten weniger Haare und verklumpen dadurch weniger, was zuvor für den unnatürlichen Look sorgte.

Weitere Informationen zum Thema “Haartransplantation”:

Artikel über Haartransplantation bei Wikipedia.de

Bisher erschienene Folgen der Serie “Haarausfall – Guide”

Der Haarausfall – Guide – Teil 1: Einleitung
Haarausfall wird nicht durch Vitamin – Mangel oder das Tragen von Hüten verursacht (Haarausfall – Guide Teil 2)
Alopecia Areata – der kreisrunde Haarausfall (Haarausfall – Guide Teil 3)
Minoxidil gegen Haarausfall – alles, was Du wissen musst ( Haarausfall – Guide Teil 4: )
Propecia gegen Haarausfall – Finasterid und andere Wirkstoffe (Haarausfall – Guide Teil 5)
Haarverlust – sind Perücken eine geeignete Lösung? ( Haarausfall – Guide Teil 6 )

Im nächsten Teil der Serie “Haarausfall Guide” geht es um die eigentliche Technik der Haartransplantation.

  • Peter

    Toller Artikel!