Haarausfall – wie viel ist normal?

HaarausfallUm eines zum Thema Haarausfall mal klarzustellen: Ein Verlust von irgendetwas zwischen 100 und 300 Haaren am Tag ist vollkommen normal. Dieser Artikel ist so etwas wie ein Grundlagenartikel über normales Haarwachstum und soll allen Hypochondern einen Überblick geben, wann wirklich Grund zur Sorge gegeben ist. Ich möchte einen Überblick über den normalen Wachstumszyklus des Haares geben, um dann im zweiten Teil zu zeigen, wie Haarausfall im Laufe des Lebens zunimmt.

Der normale Haarausfall – Zyklus

Haare sind im Prinzip nichts anderes als ein langer Strang um sich gedrehter Keratin-Fasern, die von einer schützenden Hülle aus Keratinzellen umgeben ist. Direkt unter der Hautoberfläche gibt es sogenannte Papillarkörper, die aus einer Anzahl aktiver Zellen bestehen und aus denen die Haare in die Follikel wachsen.

Diese wachsenden Zellstränge härten aus und wachsen als das, was wir als Haare bezeichnen, aus der Kopfhaut heraus. Technisch gesehen sind Haare Stränge aus toten Zellen, lediglich in der Haarwurzel steckt noch Leben.

Um ein wenig mehr ins Detail zu gehen – der Wachstumszyklus des Haares besteht aus drei Stufen:

1. Die anagene Phase: Diese Wachstumsphase dauert zwischen zwei und sieben Jahren. Im Durchschnitt wächst ein Haar ungefähr 15 cm pro Jahr.

2. Die katagene Phase: eine Übergangsphase, die zwischen zwei und vier Wochen dauert. In dieser Phase löst sich der Haarschaft von dem Papillarkörper ab und wandert in das sich verengende Haarfollikel.

3. Die telogene Phase: Eine Ruhephase, die etwa drei Monate dauert und in der die Haare sich von den Follikeln ablösen und schließlich ausfallen. Nach dieser Phase beginnt der Zyklus wieder von Neuem, es sei denn, er wird durch Krankheiten oder anderen Faktoren daran gehindert.

Welche Rolle spielt das Alter beim Haarausfall?

Zeit spielt eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von Haarausfall, sowohl bei Männern wie auch bei Frauen. Alle Menschen werden mit unterschiedlich vielen feinen, weichen Körperhaaren geboren, die erst mit der Zeit kräftiger werden und Charakteristika wie Farbe und Ausprägung entwickeln. Bis zur Pubertät reicht die Haarlinie weit auf die Stirn. Bei Männern dauert es leider nur ein paar Jahre, bis die Haarlinie immer weiter zurückweicht.

Männer entwickeln in den 20ern eine “reifere” Haarlinie, geprägt von Geheimratsecken und leichtem Haarausfall an anderen Stellen des Kopfes. Diese zurückweichenden Haare sind nicht automatisch ein Zeichen beginnender Kahlheit, sondern normal. Es kommt immer auf das Level an, in dem die Haare ausfallen.

Das Hamilton-Norwood-Schema ist ein extrem nützliches Werkzeug, um den Grad des eigenen Haarausfalls einzuschätzen. Haarausfallexperten nutzen dieselbe Skala, um geeignete Behandlungsmethoden auszuwählen und noch viel wichtiger – es erlaubt Dir festzustellen, ob Du Dich gerade verrückt machst oder ob das Maß an Haarausfall, das Du gerade festgestellt hast, vollkommen normal ist.

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Wie Du also siehst: Haarausfall ist kein Grund zur Panik, solange er sich in Grenzen hält. Die normalen Grenzen von Haarausfall kennst Du jetzt, also entspann Dich!