Rauchen und Haarausfall – gibt es einen Zusammenhang?

Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Haarausfall geben könnte. Menschen, die mehr als 20 Zigaretten am Tag rauchen, scheinen häufiger unter Haarausfall zu leiden als Nichtraucher. Darüber hinaus scheint es so, als begünstige Rauchen einige Krankheiten, die Haarausfall im jungen Alter auslösen können.

Einzelheiten zu den Studien zu Rauchen und Haarausfall

Das Rauchen tödliche Krankheiten wie Krebs und Erkrankungen des Herz – Kreislauf Systems auslösen kann ist schon lange bekannt. Eine Studie aus Taiwan, die 740 asiatische Männer untersucht hat, hat gezeigt, dass insbesondere bei hellhäutigen Männern ein Zusammenhang zwischen Rauchen und Haarausfall bestehen könnte. Andere Studien bestätigten diesen Verdacht und schlossen andere Faktoren, wie Vererbung, Krankheiten und Alter als Ursache aus. Die untersuchten Personen rauchten alle mehr als 20 Zigaretten am Tag.

Rauchen und Haarausfall

Hintergrundinformationen von Rauchen und Haarausfall

Unsere Haare entstehen in den Haarfollikeln. Wenn ein neues Haar wächst, dann ist es erstmal weich und elastisch – und vor allem lebendig. Erst wenn es durch das Follikel an die Oberfläche geschoben wird stirbt es ab und nimmt die Form an, die wir als Haar bezeichnen. Den Zusammenhang zwischen Rauchen und Haarausfall sehen die Forscher darin, dass Giftstoffe aus dem Zigarettenrauch die Bildung junger Haarzellen verhindern. Die Wachstumszellen in der Haarwurzel werden scheinbar durch die Toxine deaktiviert. Erreicht ein Haar in dem natürlichen Haarzyklus den Punkt, an dem es ausfällt, dann wird es für gewöhnlich durch ein neues Haar ersetzt. Zigarettenrauch, bzw. die Gifte aus dem Zigarettenrauch, scheinen ab einer gewissen Dosierung dafür zu sorgen, dass keine neuen Haare nachwachsen. Die Toxine sind also nicht dafür verantwortlich, dass die Haare ausfallen – das ist der normale Zyklus – aber sie sind dafür verantwortlich, dass der Haarausfall sichtbar wird.

Rauchen und Haarausfall – Effekte auf die Blutzirkulation

Haarfollikel müssen mit Sauerstoff, Mineralstoffen und Vitaminen versorgt werden, um richtig funktionieren zu können. Wenn die Zellen nicht ausreichend versorgt werden, dann kommt es zu Störungen im Wachstumszyklus der Haare. Bekanntermaßen verengt Nikotin die Blutgefäße – scheinbar ist es aber so, dass die Verengung in den Gefäßen der Kopfhaut teilweise permanent ist, die Durchblutung also dauerhaft gestört wird. So kommt es zu einer Mangelversorgung der Haarfollikel, die dadurch irgendwann absterben.

Rauchen und Haarausfall – Effekte auf die Organe und den Alterungsprozeß

Rauchen hat Auswirkungen auf unsere lebenswichtigen Organe. Wenn die Organe im Körper nicht richtig arbeiten können – oder die Menge an Giftstoffen, denen sie ausgesetzt sind nicht gewachsen sind – dann kann es zu Ansammlungen von Giftstoffen kommen, die die Funktion des Immunsystems beeinflußen können. Dadurch wird der Körper anfälliger für Krankheiten, die als Symptom unter anderem auch Haarausfall haben können. Gleichzeitig beschleunigt Rauchen den Alterungsprozess – und mit dem Alter kommt bekanntlich der Haarausfall.

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Die offensichtlichste Lösung für das Problem wäre, das Rauchen einfach aufzugeben. Die meisten Raucher tun sich allerdings schwer, ihr Laster ein für allemal zu beenden. Sprich mit einem Arzt über die Möglichkeiten, die Dir helfen, das Rauchen aufzugeben. Und selbst wenn Du nicht aufhören möchtest – jetzt kennst Du den Zusammenhang zwischen Rauchen und Haarausfall und kannst selbst entscheiden, ob der Qualm die frühzeitige Glatze wert ist.

Graue Haare – gibt es ein Hausmittel oder ein natürliches Heilmittel, um graue Haare zu reduzieren?

“Gibt es ein natürliches Mittel gegen graue Haare” – eine Frage, die sich die meisten Menschen zwischen 30 und 40 stellen, wenn sie die ersten grauen Strähnen bemerken. In letzter Zeit tauchen neue Supplements und Mittelchen auf dem Markt auf, die versprechen, die Entstehung von grauen Haaren zu verzögern oder sogar umzukehren. Aber was ist dran? Können diese Mittel gegen graue Haare halten, was sie versprechen, oder sind sie absoluter Bogus? Lies weiter und erfahre, wie graue Haare entstehen und was man dagegen tun kann.


Gibt es wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit der Mittel gegen graue Haare?

Leider gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die den Beweis liefern konnten das irgendein Kraut, eine Ernährungsweise, ein Supplement oder ein Produkt gegen die Entstehung von grauen Haaren wirksam ist. Aber es gibt einige Ansätze, die gegen frühzeitige graue Haare wirken könnten und die für Dich durchaus interessant sein könnten.

graue haare

Warum bekommen wir überhaupt graue Haare?

Ein besseres Verständnis, warum wir graue Haare bekommen, ist für weitere Forschungsarbeit auf jeden Fall nützlich. Deshalb fange ich damit an. Die Haarfarbe wird durch kleine Haarpigmente produziert, die in den Haarfollikeln sitzen und die Melanozyten genannt werden. Wenn wir älter werden, dann produzieren diese Melanozyten nach und nach immer weniger Pigmente, bis sie schließlich völlig inaktiv werden. Neue Haare, die durch die Haarfollikel mit den inaktiven Melanozyten produziert werden, haben keine Pigmente – und das sind graue Haare.

Jeder von uns hat in seinen Genen einen Zeitpunkt gespeichert, zu dem die Haare Pigmentlos nachwachsen und ab dem wir graue Haare bekommen. An diesem Zeitpunkt können wir nichts ändern, aber es gibt Krankheiten, die die Haare lange vor diesem Zeitpunkt grau werden lassen und durch die graue Haare schneller entstehen als normal. Am bekanntesten sind die Folgenden:

Störungen der Schilddrüsenfunktion
Krankheiten wie die Basedow Krankheit (Morbus Basedow), Hashimoto-Thyreoiditis, eine Über- und eine Unterfunktion der Schilddrüse werden mit der frühzeitigen Entstehung von grauen Haaren in Verbindung gebracht.

Ein Mangel an Vitamin B12
Ein Vitamin B12 – Mangel entsteht durch ein Ernährungsweise entstehen, bei der auf den Verzehr von Eiern, Milch und Fleisch verzichtet wird. Diese Nahrungsmittel sind die wichtigsten B12 Lieferanten. Manchmal ist der Darm auch nur eingeschränkt in der Lage Vitamin B12 zu absorbieren. Dazu kommt es häufig durch chirurgisch Eingriffe an der Darmwand oder durch Krankheiten wie Morbus Crohn, Zöliakie, einem Fischbandwurm – Befall, einer übermäßigen Bakterienwachstum im Dünndarm oder einem Proteinmangel durch eine Autoimmunerkrankung oder einen Gendefekt.

Vitiligo (Weißfleckenkrankheit, Flechte)
Eine Krankheit, bei der die Haut Melanozyten verliert, wodurch weiße Flecken auf der Haut entstehen. Häufig sind auch die Melanozyten der Kopfhaut betroffen – und daraus resultieren graue Haare.

Frühzeitige Wechseljahre

Rauchen
Das Rauchen von Zigaretten kann dazu führen, dass man graue Haare bekommt. Der genaue Mechanismus ist nicht erforscht, aber es gibt verschiedene Studien, die darauf hindeuten.

Wenn die oben genannten Krankheitsbilder wirkungsvoll bekämpft werden, dann kann in einigen Fällen die Entstehung von grauen Haaren auf den genetisch vorbestimmten Zeitpunkt verzögert werden.

Gibt es ein natürliches Heilmittel gegen graue Haare?

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und in der traditionellen indischen Medizin (Ayurveda) deuten frühzeitige graue Haare auf eine tiefer liegende Störung des Organismus hin.

In der TCM spiegeln die Haare die Qualität des Blutes und die Arbeit der Nieren wieder. Die Nieren und das Blut spielen in der TCM eine zentralere Rolle, als in der westlichen Medizin.

Nahrungsmittel, die nach der TCM die Nieren und das Blut stärken, sind:

Hijiki Algen
Melasse
Schwarzer Sesam
Brennnesseln
Weizengras
Chlorophyll

Bedenke allerdings, dass ein zu viel an diesen Nahrungsmitteln schädlich sein kann. Zu viel Jod (durch den Verzehr von Algen) kann zu Störungen der Schilddrüse führen – und das lässt wiederum frühzeitig graue Haar sprießen.

Laut der TCM sollte auf den übermäßigen Verzehr von Fleisch, Milchprodukten und Salz verzichtet werden.

Viele kommerzielle Produkte, die damit werben, dass sie graue Haare bekämpfen können, enthalten Kräuter, die in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt werden, um das Blut und die Nieren zu stärken. Das bekannteste Kraut ist He Shou Wu, das auch Polygonum multiflorum oder Fo-Ti genannt wird. Allerdings warnen einige TCM – Experten davor, dass eine Überdosierung mit He Shou Wu zu Stimmungsschwankungen, Depressionen und Wutausbrüchen führen können. Der Besuch eines Fachmanns ist deshalb dringend angeraten, bevor He Shou Wu gegen graue Haare eingesetzt wird.

Im Ayurveda werden die Haare mit dem Pitta – Typ in Verbindung gebracht, aber auch Störungen im Vata – Typ, ausgelöst durch Stress, können graue Haare verursachen.

Ein Kraut, das im Ayurveda gegen graue Haare eingesetzt wird, ist Bringajara, was übersetzt “König der Haare” bedeutet. Es wird oral eingenommen, um die Energien der Leber und der Niere zu unterstützen. Bislang gibt es aber noch keine Studien über die Wirksamkeit des Krautes. Bringajara ist auch ein häufiger Inhaltsstoff von Haarölen und Haarwassern, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden.

Ein weiteres beliebtes ayurvedisches Kraut gegen graue Haare ist Amla. Es wird gegen Entzündungen, zur Stärkung der Augen und gegen frühzeitige graue Haare eingesetzt.

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Die generelle Entstehung von grauen Haaren ist also genetisch bedingt und kann nicht verhindert werden. Es gibt aber einige Erkrankungen die dazu führen, das man frühzeitig graue Haare bekommt – und gegen diese Art graue Haare kann man etwas tun!

Dünnes Haar – was Du dagegen tun kannst

dünnes haarDünnes Haar ist noch kein Haarausfall – aber viele Menschen sind mit dünnem Haar genau so unzufrieden, wie Betroffene von echtem Haarausfall. In diesem Artikel möchte ich beschreiben, was man unter dem Begriff “dünnes Haar” versteht und was der Friseur gegen dünnes Haar tun kann.

Was versteht man unter dem Begriff “dünnes Haar”?

Die Begriffe “dünnes Haar” bzw. “feines Haar” werden häufig synonym mit “ausdünnendes Haar” verwendet. Dabei bedeuten die Begriffe völlig unterschiedliche Zustände.

Um den Unterschied zu verstehen stellt man sich am Besten zwei Wälder vor: Der eine Wald besteht aus wenigen Bäumen, die weit auseinander stehen (eine geringe Dichte, ausgedünntes Haar). Der andere Wald ist dicht bewachsen, nur das die einzelnen Bäume sehr dünn sind (dünnes Haar bzw. feines Haar).

In beiden Fällen liegen die Haare in der Regel flach am Kopf an. Eine zu häufige Pflege und Styling verschlimmern die Kondition häufig noch zusätzlich.

Was kann Dein Friseur gegen dünnes Haar tun?

Allerdings kennt der Friseur einige Tricks, mit denen das Volumen der Haare gesteigert werden kann, so dass es dicker und voller wirkt und dünnes Haar weniger auffällt. Mit Hilfe von Verdickungs – Serum, Shampoos und Spülungen, die Volumen geben und dem gezielten Einsatz von einem Fön kann dem Kopf Fülle gegeben werden. Frag bei Deinem nächsten Besuch nach, Dein Friseur hilft Dir sicher gerne weiter.

Ein spezielles Problem bei Menschen, die dünnes Haar haben, ist, dass die Kopfhaut durch die Haare sichtbar ist. Experten raten dazu, die Haare heller zu färben, so dass der Kontrast zwischen Kopfhaut und Haaren vermindert wird.

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Soviel also zu dem Begriff “dünnes Haar“. Ich hoffe, Du bist jetzt ein bisschen schlauer als zuvor?! Dünnes Haar kann behandelt werden – frag Deinen Friseur!

Wie kommt es eigentlich, dass die Haare an den Armen kurz bleiben, die Haare auf dem Kopf aber sehr lang werden können?


Frage zu HaarausfallJedes Haar unseres Körpers wächst aus einer eigenen Wachstumszelle, dem sogenannten Haarfollikel, heraus. Innerhalb des Follikels bilden sich neue Haarzellen an der Haarwurzel am unteren Ende des Schaftes. Wenn sich die Zellen neu bilden drücken sie die älteren Zellen aus dem Follikel heraus an die Oberfläche. Wenn die Haarzellen die Hautoberfläche erreichen, sterben sie ab und werden zu dem, was wir als Haare sehen.

Ein Haarfollikel produziert für eine bestimmte Zeitperiode neue Zellen. Wie lang diese produktive Phase ist hängt davon ab, wo am Körper sich die Haare befinden. Diese Phase bezeichnet man als Wachstumsphase. Nach dieser Phase kommt ein unproduktiver Zeitraum (die Ruhephase), bevor das Haar in die nächste Wachstumsphase eintritt.

Wenn das Haarfollikel in die Ruhephase eintritt, dann bricht der Haarschaft ab, das bestehende Haar fällt aus und macht Platz für ein neues, nachwachsendes Haar. Die Länge des Haares wird also bestimmt durch die Dauer der Wachstumsphase, in der das Haar an Länge gewinnen kann. Die Zellen, aus denen die Haare an den Armen wachsen, sind darauf programmiert alle paar Monate in eine neue Ruhephase einzutreten, so dass die Haare an den Armen kurz bleiben. Die Haarfollikel auf dem Kopf, im Gegensatz dazu, sind programmiert über Jahre ohne Pause neue Haarzellen zu produzieren, sodass die Haare dort sehr lang werden können.

Bei Tieren, die einmal im Jahr einen Fellwechsel durchführen, ist der Zeitpunkt des Eintritts in die Ruhephase der Haarfollikel synchron, so dass sie ihr gesamtes Fell auf einmal verlieren. Ein Hund, der sein Winterfell ablegt, verliert ganze Haarbüschel auf einmal. Einige Tiere haben zusätzlich die Fähigleit, die Farbe der Haare je nach Jahreszeit zu wechseln. Die Pigmente in den Haaren reagieren auf das Sonnenlich genauso, wie unsere Hautzellen. Im Sommer sind die Haare braun, durch das enthaltene Melanin, im Winter sind sie ohne Pigmente, wodurch das Haar weiss bleibt.

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HaartransplantationBei einer Haartransplantation werden kleine Teile behaarter Kopfhaut an einer Spenderstelle entnommen, und an einer kahlen Stelle wieder eingepflanzt. Typischerweise werden als Spenderstellen die Seiten des Kopfes sowie der Hinterkopf gewählt. Die moderneren Techniken der Haartransplantation nehmen kleinere Spenderflächen und vermeiden so einen Stoppellook, der früher charakteristisch für eine Haartransplantation war. Heutzutage führen Chirurgen auf der ganzen Welt nach der gleichen Methode durch, dem sogenannten “Hait – Grafting” durch. Bei dieser Methode werden keine Fremdhaare verwendet – alle verpflanzten Haare kommen von der Betroffenen Person selbst und werden lediglich von einer Spenderstelle an die Betroffene Stelle verpflanzt. Die Grafts variieren in Größe und Form:

Verschiedene Grafts, die bei einer Haartransplantation verwendet werden

- Punch – Grafts: Runde Grafts, die etwa 10 – 15 Haarwurzeln umfassen
- Mini – Grafts: Kleine Grafts, nicht mehr als 2 – 4 Haare
- Micro – Grafts: Noch kleinere Grafts, bestehend aus 1 – 2 Haarwurzeln
- Slit – Grafts: Schmale, längliche Grafts, die aus 4 – 10 Haaren bestehen
- Strip – Grafts: Lange, dünne Grafts, bestehend aus 30 – 40 Haarwurzeln

Für eine erfolgreiche Behandlung sind mehrere Sitzungen notwendig, zwischen denen eine Pause von mehreren Monaten empfohlen wird, um den Heilungsprozess nicht zu stören. Bis zum Abschluß einer Haartransplantation dauert es bis zu zwei Jahre.

Die Anzahl der Sitzunge hängt teilweise von der Haarfarbe und der Haarstruktur ab. Grobes, graues oder sehr helles Haar ist leichter zu verpflanzen als feines, dunkles Haar. Die Anzahl der großen Haarflächen, die in der ersten Sitzung verpflanzt werden, sind von Person zu Person unterschiedlich, im Schnitt sind das aber etwas 50. Bei Mini – oder Micro – Grafts sind es bis zu 700 pro Sitzung (mehr über diese Mega – Sessions später).

Unmittelbar vor der Haartransplantation werden die Spenderflächen kurz geschoren, damit die Flächen leichter entnommen werden können. Die Spender- und die Zielflächen werden mit einem localen Betäubungsmittel, änlich dem bei einer Zahnarztbehandlung verwendeten, betäubt. Wenn der Operateur Punch – Grafts entnimmt, dann wird ein scharfes, röhrenförmiges Carbon – Werkzeug verwendet, dass die Spenderflächen aus der Kopfhaut stanzt. (Keine Sorge, der Arzt geht hierbei extrem vorsichtig vor und achtet vor allem darauf, das die Wuchsrichtung für die Empfängerstelle stimmt und das keine sichtbaren Flächen an der Spenderstelle bleiben).

Die anderen Grafts werden mit einem Skalpell aus der Kopfhaut geschnitten, geteilt und in kleine Löcher oder Schlitze an der Empfängerstelle eingepflanzt. An den Stellen, an denen die Grafts entnommen werden, injiziert der Arzt Kochsalzlösung, um die Haut kräftig zu halten.

Die Spenderstellen werden vernäht – bei den Punch – Grafts reicht in der Regel ein Stich pro Spenderstelle. Die anderen Grafts hinterlassen kleine, längliche Narben, die aber nicht mehr zu sehen sind, sobald die Haarlinie wieder geschlossen ist. Um die Blutzirkulation an den neu verpflanzten Grafts nicht zu stören, wird ein Abstand von etwa 3 mm zwischen den Grafts eingehalten. In späteren Sitzungen werden diese Abstände dann geschlossen.

Nach der Haartransplantation wird die Kopfhaut gereinigt und mit einem Verband abgedeckt. Einige Ärzte empfehlen ihren Patienten, nach der Operation ein bis zwei Tage einen Druckverband zu tragen, andere lassen die Wunden ohne Verband abheilen.

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Haarausfall wird nicht durch Vitamin – Mangel oder das Tragen von Hüten verursacht (Haarausfall – Guide Teil 2)
Alopecia Areata – der kreisrunde Haarausfall (Haarausfall – Guide Teil 3)
Minoxidil gegen Haarausfall – alles, was Du wissen musst ( Haarausfall – Guide Teil 4: )
Propecia gegen Haarausfall – Finasterid und andere Wirkstoffe (Haarausfall – Guide Teil 5)
Haarverlust – sind Perücken eine geeignete Lösung? ( Haarausfall – Guide Teil 6 )
Haartransplantation – wie funktioniert das? Geschichte und Entwicklung (Haarausfall Guide – Teil 7)

In der nächsten Folge geht es um eine besondere Technik der Haartransplantation – der Mega – Session.

Haartransplantation – wie funktioniert das? Geschichte und Entwicklung (Haarausfall Guide – Teil 7)

HaartransplantationBei einer Haartransplantation wird ein Stück Kopfhaut mit gesunden Haaren von einer Spenderstelle entnommen (häufig von der dicht bewachsenen Kopfseite oder dem Hinterkopf) und an den kahlen oder sich ausdünnenden Stellen wieder eingepflanzt.

Bevor wir jetzt in die einzelnen Techniken zur Haartransplantation einsteigen, sollten wir uns zuerst die Geschichte der Haartransplantation näher anschauen. Historiker sehen die Wurzeln der Haartransplantation in den 1930er Jahren in Japan, wo erstmals Experimente durchgeführt wurden, bei denen Haut, Haare und Haarwurzeln von einer Körperregion an andere Körperstellen verpflanzt wurden, die durch Unfälle oder Kriegsverletzungen die Fähigkeit verloren hatten, Haare zu produzieren.

Die Geschichte der Haartransplantation

In den 1950er Jahren veröffentlichte der amerikanische Dermatologe Norman Orentreich einen Artikel in dem er erklärte, wie man behaarte Haut von einem Teil des Körpers an einen anderen verpflanzt, ohne die genetischen Informationen zu verlieren. Im Gegensatz zu dem, was die meisten Menschen damals glaubten, konnte Orentreich nachweisen, dass die Theorie der “Spender Dominanz” wahr ist. Die Theorie besagt, dass die verpflanzte Haut alle Eigenschaften der Spenderzellen mitnimmt – dass die nachwachsenden Haare also genau so wachsen, als wären sie noch immer an der Spenderstelle. (Das ist der Grund, warum die “lebenslangen” Haare an der Kopfseite und am Hinterkopf gerne als Spenderstellen verwendet werden.) Orentreich gilt als der Erste, der auf die Idee kam, kahlen Menschen durch eine Haartransplantation zu neuen Haaren zu verhelfen.

Die Haartransplantation ist der häufigste kosmetische Eingriff, der heutzutage an Männern durchgeführt wird. Der Grund dafür, dass die Beliebtheit der Haartransplantation in den letzten 10 Jahren so in die Höhe geschnellt ist, ist, dass die Resultate so viel besser geworden sind, als sie einmal waren. Und die Resultate sind besser geworden, weil die Techniken verbessert wurden. Wobei sich an dem Basiskonzept der Haartransplantation nicht so viel verändert hat. Der Hauptunterschied zu den Techniken der Anfangszeit liegt in der Größe der entnommenen Spenderflächen.

Jemanden, dessen Haartransplantation nach der alten Methode durchgeführt wurde, erkennt man leicht an dem sogenannten “Gartenmuster” auf seiner Kopfhaut. Die Haare sehen aus, als wären sie als Felderwirtschaft angelegt. Bis vor 10 Jahren war es Standard, dass sehr große Spenderhaarflächen verpflanzt wurden. Inzwischen hat man erkannt, dass kleinere Flächen zu besseren Ergebnissen führen. Kleinere Flächen enthalten weniger Haare und verklumpen dadurch weniger, was zuvor für den unnatürlichen Look sorgte.

Weitere Informationen zum Thema “Haartransplantation”:

Artikel über Haartransplantation bei Wikipedia.de

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Haarverlust – sind Perücken eine geeignete Lösung? ( Haarausfall – Guide Teil 6 )

Im nächsten Teil der Serie “Haarausfall Guide” geht es um die eigentliche Technik der Haartransplantation.

Haarverlust – sind Perücken eine geeignete Lösung? (Haarausfall – Guide Teil 6)

HaarverlustWer unter Haarverlust leidet, der sieht sich nach jeder möglichen Lösung um. Aber sind Perücken wirklich eine Lösung gegen Haarausfall?

Tausende Jahre lang wurden Perücken Perücken genannt. Heute haben sie verschiedene Namen und sie haben eine lange Entwicklungsgeschichte hinter sich, sodass sie nicht mal mehr so unecht aussehen. Gerade seit die Haartransplantationen bei Haarverlust populärer werden, sind Perücken bei Männern wie bei Frauen ein beliebtes Mittel, um die “Baustelle” zu verstecken. Gerade weil einige Haartransplantationsmethoden bis zu einem Jahr brauchen, bis sie richtig eingewachsen sind.

Ein nicht – chirurgischer Haarersatz” ist ein externes Haarteil, dass an den bestehenden Haaren oder an der Kopfhaut befestigt wird, um dem Kopfhaar ein volleres Aussehen zu geben. In diese Kategorie fallen Haarnetze, Haar Verlängerungen, Haarteile, Toupets, Haar Prothesen und alle Haarersatz – Methoden, bei denen kein chirurgischer Eingriff notwendig ist, bei denen also nicht geschnitten wird (zumindest nicht in die Kopfhaut). Die verschiedenen Haarersatzmittel werden aus menschlichen Haaren, synthetischen Fasern oder einer Kombination aus beiden hergestellt.

Haarteile – inzwischen beliebter als Perücken – werden auf verschiedene Arten befestigt. Alle Methoden benutzen entweder bestehende Haare oder die Kopfhaut als Ankerpunkt. Weben, verschmelzen, verknoten und verkabeln beschreibt die Techniken, die verwendet werden, um den Haarersatz mit dem bestehenden Haaren zu verbinden. Diese Techniken werden verwendet, um mehr Sicherheit in den Alltagsaktivitäten zu liefern. Allerdings sind sie auch alle darauf angewiesen, dass gesundes, nachwachsendes Haar vorhanden ist, der Haarverlust also noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Die Ankerhaare wachsen nach, das heißt, die künstlichen Ersatzhaare müssen regelmäßig neu verankert werden. Einige der Techniken, wie das Verweben, Schädigen die bestehenden Haare und können, wenn falsch angewendet, zusätzlichen Haarverlust herbei führen. Selbst Clips, die nur für kurze Zeit angebracht werden können, wenn sie zu eng angesetzt werden, zu dauerhaftem Haarverlust führen.

… und wenn der Haarverlust so weit fortgeschritten ist, dass keine Ankerhaare mehr da sind?

Techniken, die die Kopfhaut als Ankerpunkt verwenden, benutzen doppelseitiges Klebeband oder wasserfeste, hautfreundliche Klebstoffe, um den Haarersatz zu befestigen. Die meisten dieser Klebstoffe machen bei der Anwendung keine Probleme. Dennoch solltest Du vor der Verwendung Deinen Hautarzt darum bitten, einen Allergietest durchzuführen, um jegliche Probleme auszuschließen.

Wenn Dein Haarverlust durch eine Krankheit, eine Chemotherapie oder andere physische Probleme verursacht wurde, dann sind Perücken und Haarteile hervorragende Möglichkeiten, um den Haarverlust zu verstecken. Die meisten großen Haarersatz – Zentren und auch einige kleinere Anbieter haben Perücken im Angebot.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass diese Haarersatz – Systeme regelmäßig gepflegt werden müssen und deshalb auf lange Sicht deutlich teurer sind, als die anderen Optionen, die wir besprochen haben. (Je nach Material und Design liegt der Preis für ein hochwertiges Haarteil oder eine Perücke zwischen 750 EUR und 2500 EUR oder sogar mehr.) Versicherungen tragen in der Regel keine Behandlungskosten bei männlichem oder weiblichem Haarverlust. Die Kostenübernahme von Haarersatz ist bei einigen Versicherungen möglich, wenn der Haarverlust durch eine Krankheit oder eine Behandlung als Nebenwirkung ausgelöst wurde.

Und diese Ausgaben sind nicht die Einzigen. Du brauchst mindestens zwei Haarteile – eines, das Du trägst und ein Zweites, das aufbereitet wird. Nach ein oder eineinhalb Jahren musst Du beide ersetzen. Obwohl menschliche Haare verwendet werden, müssen die Perücken ständig nachgefärbt, gebürstet und gestylt werden, um sie Deinen echten Haaren anzugleichen und den Haarverlust wirklich unsichtbar zu machen. Nach einer Weile brechen die Strähnen durch diese Dauerbehandlung, genau wie Deine echten Haare. Die Ankerpunkte brechen aus, weil das Haarteil ständig neu angebracht werden muss. Gleichzeitig musst Du das Haarersatz – Zentrum alle 4 – 6 Wochen besuchen, damit Deine Haare geschnitten werden und das Haarteil neu angebracht werden kann.

Die Haarersatz – Industrie sieht eine wachsende Anzahl Menschen, die Perücken und Haarersatz – Systeme nutzen, um das Resultat einer schlechten Haartransplantation zu verstecken oder um eine Teil – Transplantation mit einem Haarteil zu kombinieren. Experten raten zu einer Kombination, die beispielsweise so aussehen könnte: Ein Betroffener mit einem ausgeprägten Haarverlust möchte seine Haare glatt nach hinten tragen. Eine mögliche Lösung ist, lediglich eine neue Frontlinie zu transplantieren (da häufig nicht genug Haar zum Verpflanzen übrig ist) und ein Haarteil an den neu verpflanzten Haaren zu befestigen, das dann den Rest des Kopfes bedeckt. So kann er das eigene Haar nach hinten kämmen, ohne dass das Haarteil sichtbar wird.

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Propecia gegen Haarausfall – Finasterid und andere Wirkstoffe (Haarausfall – Guide Teil 5)

Damit geht Teil 6 unserer Serie über die verschiedenen Methoden und Mittel gegen Haarausfall zu Ende. Im nächsten Teil vom Haarausfall – Guide geht es um die verschiedenen Formen von Haartransplantationen und wie sie in den unterschiedlichen Fällen von Haarverlust eingesetzt werden können.

Propecia gegen Haarausfall – Finasterid und andere Wirkstoffe (Haarausfall – Guide Teil 5)

Propecia gegen HaarausfallFinasterid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament gegen Haarausfall und wird unter dem Namen Propecia gegen Haarausfall (Merck Pharmaceutical) in Form von 1 mg Tabletten als Mittel gegen androgenetische Alopezie verkauft. Ein weiteres Einsatzgebiet von Finasterid ist die Behandlung von Prostata – Veränderungen. In diesem Fall kommen 5 mg Tabletten zum Einsatz, die unter dem Namen Proscar hersgestellt und vertrieben werden.

Wie wirkt Propecia gegen Haarausfall?

Propecia gegen Haarausfall verursacht eine Senkung des männlichen Hormons DHT um bis zu 60 % bei Einnahme von einer Tablette am Tag (Mehr über DHT im Haarausfall – Guide Teil 2). Der Wirkstoff Finasterid hemmt die Bildung von DHT und beseitigt dadurch einen der Schlüüselfaktoren für die Verengung der Haarfollikel, die letztlich das Nachwachsen der Haare verhindert. So kann sogar eine Umkehrung des Haarausfalls erwirkt und neues Haarwachstum auf den betroffenen Stellen gewährleistet werden. Propecia gegen Haarausfall bringt die ersten Ergebnisse innerhalb von drei Monaten. Aber Achtung: Finasterid ist für die Behandlung der weiblichen Form von Haarausfall nicht geeignet. Frauen sollten von der Einnahme von Propecia absehen.

Einige Studien haben gezeigt, dass die Kombination von Minoxidil und Finasterid noch bessere Ergebnisse bezüglich Haarwachstum liefern als der isolierte Einsatz beider Präparate. Lass Dich von Deinem Arzt beraten, ob der kombinierte Einsatz für Dich in Frage kommt. Nebenwirkungen von Propecia gegen Haarausfall sind Verlust der Libido und Schmerzen in der Leistengegend.

Alternativen zu Propecia und Rogaine – andere Medikamente gegen Haarausfall

Weniger bekannte Alternativen zu Minoxidil und Finasterid sind Retin – A (Ortho Pharmaceutical) als Einzel – Präparat oder in Kombination mit Minoxidil als Mittel gegen Haarausfall bei Männern. Man nimmt an, dass die Kombination besser wirkt, weil Retin – A die Aufnahme von Minoxidil in die Wachstumszellen der Haarfollikel steigert. Retin – A ist extrem Lichtempfindlich. Deshalb sollte es nur über Nacht angewendet werden. Wenn Du ein Kombinationspräparat anwendest, dann bedecke die Haare mit einem Hut oder einer anderen Kopfbedeckung oder bleibe im Schatten.

Xandrox – Lösungen sind Alternativen zu Rogaine. Es gibt sie in verschiedenen Konzentrationen mit den Wirkstoffen Minoxidil, Retin – A und Azelainsäure. Frag Deinen Arzt oder Apotheker nach der für Dich richtigen Formel.

Frei verkäufliche Mittel gegen Haarausfall

In den Supermarktregalen stehen reihenweise Shampoos, die “vollere Haare” versprechen oder “das Haarwachstum anregen”. Bevor Du sie in den Einkaufswagen legst, denke einen Moment nach. Es gibt kein zugelassenes Shampoo auf dem Markt, dass über die Supermärkte verkauft werden darf und das tatsächlich wirkt. Was diese Produkte tun ist, die Haare so aufpumpen, dass sie voller aussehen.

Ein weiteres furioses Produkt auf dem Markt ist Makeup für die Haare. Es färbt die Kopfhaut in derselben Farbe wie die Haare, ist billig, leicht in der Anwendung und sicher. Laut Herstellern verläuft es nicht, wenn es nass wird, kann aber mit normalem Shampoo abgewaschen werden. Du kannst Dir damit keine neue niedrige Haarlinie malen, aber wenn Dir das Geld für eine Operation oder neue Haarteile fehlt, ist es einen Versuch wert.

Es gibt einige vielversprechende Produkte, die über das Internet frei verkäuflich sind. Eine Aufstellung findest Du auf der Seite GegenGlatze.de: Die besten frei verkäuflichen Alternativen zu Propecia und Rogaine.

Weitere Informationen rund um “Propecia gegen Haarausfall

Haarwuchsmittel – so finden Sie das richtige Produkt
Mittel gegen Haarausfall – welche Hausmittel gegen Haarausfall helfen
Finasterid & Co – Was kann man gegen anlagebedingten Haarausfall tun?

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Alopecia Areata – der kreisrunde Haarausfall (Haarausfall – Guide Teil 3)
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Dies war Teil 5 der Serie “Haarausfall – Guide”. Jetzt weisst Du einiges mehr über Propecia gegen Haarausfall – beim nächsten Mal geht es um Perücken und Haarteile gegen Haarausfall.

Minoxidil gegen Haarausfall – alles, was Du wissen musst (Haarausfall – Guide Teil 4:)

Minoxidil gegen HaarausfallIn dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit Minoxidil gegen Haarausfall. Ich werde die verschiedenen Einnahmeformen vorstellen und mögliche Nebenwirkungen zeigen. Doch zuerst wie versprochen die

Behandlungsmethoden für Alopecia Areata

Man kann Alopecia Areata nicht heilen, aber es gibt einige Methoden, die das Ausmaß der Symptome eingrenzen können und die sehr effektiv sind. Bei den schwereren Stadien Alopecia Totalis oder Alopecia Universalis ist die Behandlung leider noch schwieriger und weniger effektiv.

Haartransplantationen kommen im Falle der Alopecia Areata als Behandlungsmethode leider nicht in Frage, denn es handelt sich um eine “Empfänger Dominante” Form des Haarausfalls. Mit anderen Worten: die Kopfhaut im Bereich der kahlen Stellen hat jegliches Potential für Haarwachstum verloren und kann deshalb auch keine Fremdhaare ernähren.

Patienten, deren Erkrankung auf die Behandlungsmethoden nicht ansprechen, bleibt nur der Griff zur Perücke (viele Krankenversicherungen übernehmen inzwischen die Kosten) oder zu anderen Kopfbedeckungen wie Tüchern oder Mützen. Aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklung der Alopecia Areata sollte vorerst von Haarteilen und Toupets abgesehen werden. Unter Umständen ist das Haarteil schon nach wenigen Wochen nutzlos, wenn die Krankheit weiter fortschreitet. Ein Hautarzt erkennt, wenn sich die Krankheit stabilisiert hat und wann es Sinn macht, weitere Alternativen in Erwägung zu ziehen.

Alopecia Areata befällt auch Kinder. In diesem Fall sollten die Eltern das Kind bei der Auswahl der richtigen Perücke unterstützen und die Wünsche des Kindes akzeptieren. Gerade in der Kindheit entwickelt sich das Selbstbewusstsein des Kindes aufgrund des Aussehens und der Außenwirkung. Es gibt Selbsthilfegruppen für Betroffene jeden Alters.

Haarausfall durch Chemotherapie

Im Rahmen einer Chemotherapie werden Medikamenten eingesetzt, um sich schnell vermehrende Krebszellen zu vergiften und abzutöten. Krebszellen gehören zu den am schnellsten wachsenden Zellen des Körpers – sowie unter anderem auch die Zellen, die für das Wachstum von Haaren und Nägeln verantwortlich sind. Die Chemotherapie tötet also erfolgreich die Krebszellen, greift aber auch häufig die Wachstumszellen an und verursacht dadurch Haarausfall und Störungen im Wachstumszyklus von Finger- und Fußnägeln. Kein Wachstumsmittel, Shampoo oder anderes Präparat kann den Haarausfall bei einer Chemotherapie stoppen oder aufhalten. Die gute Nachricht ist, dass in den meisten Fällen nach Beendigung der Chemotherapie wieder neue Haare nachwachsen und auch der Nagelzyklus sich wieder normalisiert.

Medikamente und Salben gegen Haarausfall

Pharmazeutischen Behandlungsmethoden gegen Haarausfall nutzen künstlich hergestellte chemische Substanzen, um die Struktur oder die Funktion der Haarfollikel zu beeinflussen und dadurch den Haarausfall zu stoppen neues neues Haarwachstum anzuregen. Einige Medikamente weiten verengte oder verstoppfte Haarfollikel, so dass sie wieder neue Haare bilden können. Die Medikamente gegen Haarausfall werden sowohl zur Behandlung von temporärem, als auch zur Behandlung von chronischem Haarausfall eingesetzt, der schleichend einsetzt und mit der Zeit zu immer schnellerem Verlust der Haare führen.

Diese Medikamente werden auf die Haut aufgetragen, oral eingenommen oder injiziert und es gibt sie verschreibungspflichtig und frei verkäuflich. Die verschreibungspflichtigen Varianten sind normalerweise sehr stark und bringen oft starke Nebenwirkungen mit sich, wenn sie nicht richtig angewendet werden.

Frei verkäufliche Mittel enthalten, wie die verschreibungspflichtigen Präparate, aktive Inhaltsstoffe, die die Struktur und die Funktion des Körpers beeinflussen, um die Krankheit zu heilen. Allerdings sind sie so ausgelegt, dass sie gegen weniger aggressiv wirken, als verschreibungspflichtige Mittel gegen Haarausfall, und damit auch weniger Nebenwirkungen haben. Ihr Einsatzgebiet sind Krankheitsbilder, die nicht zwangsläufig eine Diagnose vom Facharzt brauchen und von den Betroffenen selbst gefahrlos behandelt werden können.

Minoxidil gegen Haarausfall

Minoxidil gehört zu der Gruppe der Haarwachstums – Stimulatoren. Die orale Form von Minoxidil ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelt wurde. Man fand heraus, dass Minoxidil gegen Haarausfall, indem es das neue Wachstum von Körperhaaren anregt, sofern es regelmäßig und täglich eingenommen wird.

Nach dieser Erkenntnis begann die Forschung an weiteren Einsatzgebieten für Minoxidil gegen Haarausfall und es wurde die topische Form entwickelt, die als Salbe auf die Haut aufgetragen wird. Diese Salben sind frei verkäuflich und unter den Markennamen HealthGuard (Bausch & Lomb Pharmaceuticals) in 2 prozentiger Konzentration, sowie unter dem Markennamen Rogaine bzw. Regaine (Pharmacia & Upjohn) zu 5 % konzentriert erhältlich. Beide Formeln sind ausreichend getestet und als wirksam zur Stimulierung von Haarwachstum sowohl bei Männern, als auch bei Frauen befunden. Nach Angaben der Hersteller bewirken diese Salben bei Frauen insbesondere eine Anregung der Wachstumszellen im Stirnbereich.

Schwangere und stillende Frauen sollten Minoxidil in jeder Form meiden. Generell sind die hochdosierten Formen von Minoxidil gegen Haarausfall bei Frauen nicht geeignet, weil es bei einer hohen Dosierung zu einem vermehrten Wachstum der Haare im Gesicht und weiteren Problemen kommen kann.

Minoxidil gehört zu der Gruppe der “Dosierungs – abhängigen” Medikamente. Das bedeutet, dass die Behandlung fortlaufend erfolgen muss, um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten. Rogaine in normaler Konzentration muss mindestens zweimal täglich auf die trockene kopfhaut aufgetragen werden und dort mindestens vier Stunden einwirken, und die Behandlung muss über einen Zeitraum von mindestens vier Monaten erfolgen. Nach Angaben der Hersteller gibt es aber Formeln, die viel schneller (innerhalb von 45 Tagen) wirken.

Der Einsatz von oralem Minoxidil gegen Haarausfall kann einen starken Abfall des Blutdrucks, eine gesteigerte Herzfrequenz und eine Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen mit sich bringen. Die selben Nebenwirkungen treten manchmal bei den Salben auf, wenn es zu einer erhöhten Aufnahme des Wirkstoffs durch eine entzündete oder veränderte Kopfhaut kommt. Das bedeutet, dass Menschen mit Herzfehlern oder Herzkrankheiten auf die Einnahme von Minoxidil gegen Haarausfall verzichten sollten und Menschen mit einem erhöhten Blutdruck Rücksprache mit ihrem Arzt halten müssen, ob der Einsatz sicher ist. Topisches Minoxidil sollte niemals mit anderen Salben und Cremes kombiniert werden. Mögliche Nebenwirkungen der Salben sind Hautreizungen, Jucken, Schwellungen, Überempfindlichkeit und die Bildung von Quaddeln.

Weitere Artikel über Minoxidil gegen Haarausfall

Regaine Männer – eine Review
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Haarwuchsmittel – So finden Sie das richtige Produkt!
Ein Vergleich von Minoxidil – haltigen Medikamenten(Provillus) und natürlichen Alternativen

Bisher erschienene Folgen der Serie “Haarausfall – Guide”

Der Haarausfall – Guide – Teil 1: Einleitung
Haarausfall wird nicht durch Vitamin – Mangel oder das Tragen von Hüten verursacht (Haarausfall – Guide Teil 2)
Alopecia Areata – der kreisrunde Haarausfall (Haarausfall – Guide Teil 3)

Damit geht der vierte Teil der Serie “Der Haarausfall – Guide” zu Ende. Nachdem ich hier das Medikament Minoxidil gegen Haarausfall vorgestellt habe, geht es beim nächsten Mal um andere Mittel gegen Haarausfall.

Alopecia Areata – der kreisrunde Haarausfall (Haarausfall – Guide Teil 3)

Alopecia AreataIn diesem Artikel geht es um die Ursachen von Alopecia Areata. Doch zuerst wie angekündigt die erfolgreichsten Behandlungs – Optionen gegen Androgenetische Alopezie:

Die besten Optionen zur Behandlung der androgenetischen Alopezie sind:

- Lernen, mit dem Haarausfall zu leben (hier kann auch professionelle Hilfe helfen)
- Mit Hilfe von Hair Styling (ein guter Haarschnitt wirkt Wunder) und kosmetischen Eingriffen den Haarausfall verstecken
- Eine Kombination aus Haarersatz (Perücken, Haarteile) und Haarersatz – Therapie

Viele Menschen haben gute Erfahrungen mit dem Einsatz verschiedener Kombinationspräparate gegen Haarausfall gemacht. Hier findest Du eine Übersicht über die besten Mittel gegen Androgenetische Alopezie.

Alopecia Areata

Millionen Männer, Frauen und Kinder sind mehr oder weniger stark von Alopecia Areata betroffen. Diese ohne Narbenbildung ablaufende, etzündliche Hauterkrankung ist normalerweise temporär – bei 90 % der Betroffenen verschwindet sie nach einiger Zeit wieder. Alopecia Areata gehört zu den Auto Immun Kraknkheiten, bei denen sich die Abwehrzellen des Körpers gegen eigene Zellen richten – im Falle der Alopezia Areata gegen die Haarfollikel, wodurch diese keine neuen Haare mehr produzieren können. In vielen Fällen reguliert der Körper die eigene Immunfunktion, sodass im Laufe der Zeit die Symptome weniger werden. Allerdings sind die psychischen Auswirkungen im zu den Zeiten, wo die kahlen Stellen auf dem Kopf sichtbar sind, nicht zu unterschätzen und die Betroffenen auf jede Unterstützung aus der Familie angewiesen.

Im Gegensatz zu der Androgenetischen Alopezie, die nahezu vollständig auf die Gene zurück geführt wird, sind bei der Alopecia Areata nur 20 % der Fälle vererbt.

Es gibt keine Tests, die eine Alopecia Areata als solche identifizieren können, aber ein erfahrener Dermatologe erkennt sie normalerweise schnell aufgrund der typischen Symptome. Für eine eindeutige Diagnose ist häufig eine Biopsie notwendig, die dann unter dem Mikroskop untersucht wird. Die typischen Symptome sind örtlich begrenzter Haarausfall, häufig an verschiedenen Stellen im Kopfbereich oder in anderen Körperregionen. Die Haare fallen sehr schnell aus, neue Regionen entstehen oft innerhalb von 24 Stunden und Betroffene berichten von Schmerzen, die damit einher gehen.

Andere Formen der Alopecia Areata sind:

Alopecia Totalis – eine fortgeschrittene Form der Alopezia Areata, die zu einer kompletten Kahlheit im gesamten Kopfbereich führt
Alopecia Universalis – eine weitere Form der Alopezia Areata, bei der die Haare am gesamten Körper ausfallen
Traction Alopecia – Haarausfall, ausgelöst durch physikalischen Stress, wie zu Haarbänder oder Spangen. Zu eng geflochtene Zöpfe können bei schwachem Haar dauerhaften Haarausfall auslösen.

Weitere Artikel und Informationen über Alopecia Areata:

Warum Haarausfall in unterschiedlichen Formen auftritt
Was ist Alopecia Areata?
Kreisrunder Haarausfall – was ist das eigentlich?

Weitere Ausgaben aus der Serie “Der Haarausfall – Guide”:

Haarausfall Guide Teil 1 – Einleitung
Haarausfall – Guide – Teil 2: Haarausfall wird nicht durch Vitamin – Mangel, schlechte Durchblutung oder das Tragen von Hüten verursacht

Dies waren die wichtigsten Informationen über Alopecia Areata. Als gute Grundinformationen sollten Betroffene damit für weitere Recherchen gewappnet sein. Behandlungsmöglichkeiten und welche Mittel gegen Alopecia Areata wirken, besprechen wir in der nächsten Folge vom Haarausfall – Guide.